marcapo: kontinuierliche Werbeplanung

Werbeplan: Steter Tropfen höhlt den Stein

Der römische Dichter Ovid formulierte vor rund 2000 Jahren in seinen Sammlungen „Epistulae“ eine Redewendung, die wir bis heute verwenden: „Gutta cavat lapidem“, zu Deutsch: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Natürlich käme kein Mensch auf die Idee, anzunehmen, dass ein einziger Tropfen die Kraft hat, einen Stein auszuhöhlen. Erst das stete Fallen von Tropfen entfacht die eindrucksvolle Wirkung.

Hier zeigt sich, dass Beharrlichkeit zum Ziel führt und niemals einzelne Aktionen. Mit Blick auf das Werbe- und Marketingverhalten vieler kleiner und mittlere Unternehmen kommen mir Zweifel, ob sie diesen Zusammenhang erkennen. Sie schalten einmal eine große Werbeanzeige (Print oder digital) und erhoffen sich davon den großen Durchbruch. Der wird natürlich ausbleiben. In diesen digitalen Zeiten ertrinken die Menschen in der Informationsflut. Aufgrund dieser inflationären Entwicklung schaltet das Gehirn einfach auf Durchzug, um sich nicht selbst zu überfordern. Somit sinkt die Chance der Werbenden, just in diesem Moment wahrgenommen zu werden.

Statt einen einzigen großen Auftritt hinzulegen, braucht es viele kleine Schritte und Aktionen, um in den Köpfen ratsuchender Kunden anzukommen.

So sehr sich die Unternehmer schnellen Umsatz und hohe Gewinne erhoffen, so sehr bleibt gerade das aus. Branchenabhängig lässt sich selten etwas durch einmalige Aktionen erzwingen.

Paris und der Werbeplan

Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman hat in seinem vielbeachteten Buch „Thinking. Fast and Slow“ nachgewiesen, dass wir Menschen viele unserer Entscheidungen automatisch treffen. „Wenn ich die Hauptstadt von Frankreich erwähne, denken Sie automatisch und ohne Mühe an Paris“, sagte der Psychologe in einem Interview. Ganz bescheiden möchte ich ergänzen, dass die meisten bei Begriffen wie Frankreich und Paris ebenfalls an den Eiffelturm denken werden. Hier zeigt sich einmal mehr, wie komplex unser Gehirn „gestrickt“ ist. Es verknüpft unentwegt Zahlen, Daten, Fakten und Bilder, je öfter sie wiederholt werden. Diese Kausalkette führt dazu, dass die Erwähnung eines beliebigen Begriffs an einer beliebigen Stelle ausreicht, damit unser Gehirn daraus ein Gesamtbild erstellt. Wir sind somit sofort sprichwörtlich „im Bilde“.

Hören wir Paris, denken wir an den Eiffelturm.

Woran denken Ihre Kunden, wenn sie Ihren Namen hören? Im besten Fall an Ihre Produkte und an Ihre Dienstleistungen – an das, was Sie als Unternehmen ausmacht. Damit das gelingt, braucht es genau die hier beschriebene Kontinuität und keine Adhoc Marketingaktionen. Denn das ist buchstäblich zum Fenster heraus geschmissenes Geld, weshalb sich die Betroffenen in ihrer negativen Haltung gegenüber Werbung bestätigt sehen: Sie wäre teuer und bewirke nichts.

Einmaligkeit vs. Werbeplan

Erfolgreiches Marketing ist vergleichbar mit der Arbeit eines Künstlers, der mit dem letzten Pinselstrich sein Werk vollendet. Niemand käme auf die Idee, diesen einen Strich als den entscheidenden auszuloten. Es sind die tausendfachen Pinselstriche davor, die letztendlich das Meisterwerk für jedermann sichtbar machen. In der Analogie zu Ihnen als „Lösungsanbieter“ reicht es eben nicht aus, nur einmal zu werben. Es braucht viele kleine einzelne Aktionen, um sich als Marke in den Köpfen der Menschen festzusetzen. Das ist wichtig. Ihr Name (und Ihr Bild) muss bei Ihren Kunden in den Momenten präsent sein, wo diese auf Ihre Hilfe angewiesen sind. Dann sollten sie an Sie und nicht an Ihre Mitbewerber denken. Eine Art automatische Entscheidung im Sinne von Daniel Kahneman.

„Mit der Zeit wird aus Heu Milch.“

Getreu dem Motto braucht es Zeit, damit später, aufgrund Ihrer Bekanntheit, Umsätze automatisch folgen. Deshalb ist es so wichtig, das große Ziel anzusteuern und den Erfolg nicht an einzelnen Schritten festzumachen.

Werbeplan leichtgemacht

Letztendlich braucht es für den Aufbau einer lokalen Marke kein Marketingstudium. Kompetente Dienstleister unterstützen Sie extern und bieten hilfreiche Tools. Dadurch kann sich der Berater weiterhin auf seine Kernkompetenz konzentrieren. Ganz so, wie es einst die englische Krimiautorin Agatha Christie (1890-1976; u. a. Miss Marple) formulierte: „Ich werde doch nicht herumrennen und Sachen dilettantisch tun, die ein anderer für eine kleine Summe mit gewerbsmäßiger Geschicklichkeit erledigt.“

 

Bildquelle: pixabay

 

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